NAS-Daten migrieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Synology und QNAP

Ein Wechsel des NAS-Systems, eine größere Speicherkapazität oder ein Defekt können eine Datenmigration erforderlich machen. Damit wichtige Dateien, Benutzerkonten und Freigaben nicht verloren gehen, sollte die Migration sorgfältig geplant und in mehreren Schritten durchgeführt werden.

Diese Anleitung zeigt, worauf Sie bei der Migration von Daten zwischen NAS-Systemen von Synology und QNAP achten sollten.

1. Vor der Migration: Bestand aufnehmen

Erstellen Sie zunächst eine Übersicht über die aktuelle NAS-Umgebung. Prüfen Sie insbesondere:

  • verwendetes NAS-Modell und Betriebssystem,
  • Anzahl und Kapazität der installierten Festplatten,
  • verwendete RAID-Konfiguration,
  • gemeinsame Ordner und Benutzerrechte,
  • installierte Anwendungen und Dienste,
  • Größe der zu übertragenden Daten.

Bei einem Austausch des Geräts kann ein passendes Ersatzsystem eine wirtschaftliche Lösung sein. Im Bereich Netzgebundener Speicher finden Sie verschiedene NAS-Systeme, darunter Synology- und QNAP-Modelle.

2. Vollständiges Backup erstellen

Vor jeder Migration sollte ein vollständiges Backup erstellt und geprüft werden. Das Backup sollte sich möglichst auf einem separaten Speichermedium oder einem zweiten System befinden.

Eine sinnvolle Backup-Strategie umfasst:

  • eine vollständige Kopie wichtiger Dateien,
  • eine zusätzliche Kopie besonders wichtiger Geschäftsdaten,
  • eine Prüfung, ob sich Dateien tatsächlich öffnen lassen,
  • eine Dokumentation der Ordnerstruktur und Berechtigungen.

Ein NAS-Ersatzgerät ist kein Ersatz für ein Backup. Auch ein RAID-System schützt nicht automatisch vor versehentlichem Löschen, Schadsoftware oder einem vollständigen Geräteausfall.

3. Neue Festplatten richtig auswählen

Bei einer Migration auf ein anderes NAS werden häufig neue Festplatten eingesetzt. Achten Sie dabei auf die unterstützte Laufwerksgröße, die Anzahl der Einschübe und die geplante RAID-Konfiguration.

Für NAS-Systeme sollten vorzugsweise Festplatten verwendet werden, die für den Dauerbetrieb und RAID-Umgebungen geeignet sind. Die Unterschiede zwischen CMR- und SMR-Festplatten sind besonders wichtig, da SMR-Laufwerke bei bestimmten RAID-Schreibvorgängen zu Leistungseinbußen führen können.

Passende Laufwerke und Speicherkomponenten finden Sie in der Kategorie Interne Festplatten.

4. RAID-Konfiguration planen

Die neue RAID-Konfiguration sollte vor der Migration festgelegt werden. Je nach Anzahl der Laufwerke kommen beispielsweise RAID 1, RAID 5, RAID 6 oder RAID 10 infrage.

Berücksichtigen Sie bei der Planung:

  • die gewünschte nutzbare Kapazität,
  • die Anzahl der benötigten Ausfallsicherheiten,
  • die spätere Erweiterbarkeit,
  • die erwartete Schreib- und Lesebelastung,
  • die Wiederherstellungszeit bei einem Festplattenausfall.

Die tatsächliche nutzbare Kapazität ist immer kleiner als die Summe der installierten Laufwerke. Zusätzlich kann die gewählte RAID-Stufe einen erheblichen Teil der Gesamtkapazität für Redundanz verwenden.

5. Migration auf ein Synology NAS

Bei einem Wechsel auf ein Synology NAS können Daten beispielsweise über Netzwerkfreigaben, Hyper Backup oder eine direkte Übertragung zwischen den Systemen migriert werden. Die geeignete Methode hängt von der Datenmenge, der vorhandenen Netzwerkgeschwindigkeit und den verwendeten Diensten ab.

Übertragen Sie zunächst die wichtigsten gemeinsamen Ordner. Prüfen Sie anschließend Dateinamen, Zugriffsrechte und die Lesbarkeit der Dateien. Erst danach sollten weniger kritische Daten und zusätzliche Anwendungen migriert werden.

Für unterschiedliche Speicheranforderungen stehen bei Maxnet24 beispielsweise verschiedene Synology-Systeme zur Verfügung:

6. Migration auf ein QNAP NAS

Bei einem Wechsel auf ein QNAP-System können die Daten ebenfalls über Netzwerkfreigaben oder geeignete Sicherungs- und Synchronisationsfunktionen übertragen werden. Prüfen Sie vorab, ob die verwendeten Dienste, Benutzerrechte und Anwendungen auf dem neuen System verfügbar sind.

Nach der Datenübertragung sollten Sie die Ordnerstruktur, Freigaben und Benutzerberechtigungen kontrollieren. Besonders bei mehreren Benutzern oder kleinen Unternehmen ist es wichtig, dass jeder Benutzer nur auf die vorgesehenen Daten zugreifen kann.

Ein Beispiel für ein QNAP-System mit vier Laufwerksschächten ist das QNAP TS-431X2.

7. Datenintegrität nach der Übertragung prüfen

Nach der Migration ist eine Kontrolle der Datenintegrität unverzichtbar. Öffnen Sie stichprobenartig Dokumente, Bilder und Archive. Prüfen Sie außerdem besonders große Dateien und wichtige Projektordner.

Zusätzlich sollten Sie kontrollieren:

  • ob alle gemeinsamen Ordner vorhanden sind,
  • ob die Ordnergrößen plausibel sind,
  • ob Benutzer und Gruppen korrekt übernommen wurden,
  • ob automatische Backups wieder funktionieren,
  • ob externe Zugriffe und Synchronisationen eingerichtet sind.

8. Altes NAS erst nach der Prüfung löschen

Das alte NAS sollte erst dann zurückgesetzt oder außer Betrieb genommen werden, wenn die neue Umgebung vollständig geprüft wurde. Bewahren Sie das alte System möglichst noch einige Tage als zusätzliche Rückfallmöglichkeit auf.

Erst wenn die Daten, Zugriffsrechte, Anwendungen und Backups auf dem neuen NAS funktionieren, kann das alte System sicher gelöscht oder weiterverwendet werden.

Fazit

Eine NAS-Datenmigration sollte nicht als einfaches Kopieren von Dateien betrachtet werden. Eine zuverlässige Migration umfasst die Bestandsaufnahme, ein geprüftes Backup, die passende Auswahl von Festplatten und RAID, die Übertragung der Daten sowie eine abschließende Kontrolle.

Ob Synology oder QNAP die bessere Wahl ist, hängt von der vorhandenen Infrastruktur, der Anzahl der Benutzer, der benötigten Kapazität und den gewünschten Funktionen ab. Bei der Auswahl geeigneter Systeme und Komponenten unterstützt Sie das Sortiment von Maxnet24.de.